Manchmal lohnt es sich, innezuhalten und laut Danke zu sagen. Nicht weil es sich gerade gut anfühlt, sondern weil es notwendig ist. Weil wir sonst Gefahr laufen, genau die Menschen zu übersehen, ohne die in der Welt der Library Music gar nichts läuft. Heute geht es um sie: die Komponist*innen, die Musikmacher*innen, die viel mehr sind als nur Lieferanten von Tracks. Sie sind das Fundament unseres kreativen Ökosystems.
Was Komponist*innen wirklich leisten
Wenn wir im Produktionsalltag von Komponist*innen sprechen, dann meinen wir damit nicht einfach nur jemanden, der Noten schreibt. Wir reden von Produzent*innen, Sounddesigner*innen, Multiinstrumentalist*innen, Mixing-Genies und Visionär*innen. Menschen, die aus einem vagen Briefing ein hörbares musikalisches Narrativ machen. Die Atmosphäre schaffen, Emotionen wecken und Geschichten formen – ganz ohne Bild. Oft mit knappen Deadlines, mit wenig Schlaf, aber immer mit vollem Herzen.
Sie liefern nicht einfach nur Tracks ab – sie erschaffen Räume. Ihre Musik ist das emotionale Fundament vieler Film- und TV-Projekte. Und das oft unter Bedingungen, die kaum jemand kennt: wechselnde Briefings, Produktionsdruck, Algorithmus-Logik statt kreativer Freiheit. Trotzdem liefern sie. Immer wieder. Immer neu.
Wenn die Wertschätzung verloren geht
Trotz all dem bekommen viele von ihnen nicht die Anerkennung, die sie verdienen. Mehr noch: In manchen Märkten, vor allem in den USA, geraten ihre Anteile zunehmend unter Druck. TV-Networks greifen nach einem Stück vom Tantiemen-Kuchen. Und einige Libraries – auch in Europa – reagieren darauf, indem sie genau dort kürzen, wo es am einfachsten scheint: bei den Komponist*innen.
Das ist nicht nur unfair. Es ist ein systemischer Fehler. Denn während Verlage wie wir an jedem einzelnen Werk mitverdienen, verdient ein*e Komponist*innen nur an dem, was er oder sie selbst geschrieben hat. Was hier passiert, ist nicht weniger als ein Angriff auf die Basis unseres Geschäftsmodells. Die, die den kreativen Input liefern, werden zur schwächsten Stelle der Kette gemacht – obwohl sie eigentlich die Stärksten sind bzw. sein müssten.
Kreative sind keine Verhandlungsmasse
Ich habe das schon oft gesagt – und ich sage es hier nochmal ganz klar: Bei RipCue wird niemand an den Anteilen der Kreativen rütteln. Unsere Komponist*innen sind keine Zahlen auf einem Excel-Sheet. Es sind Mütter, Väter, Quereinsteiger*innen, Musikbesessene – Menschen, die sich freuen wie kleine Kinder, wenn ihre Musik gespielt wird. Die sich wünschen, von ihrer Kunst leben zu können. Und die uns vertrauen.
Dieses Vertrauen ist für mich heilig. Deshalb ist es für mich keine Option, Anteile zu reduzieren, nur weil es die Konkurrenz vormacht. Ich sehe es vielmehr als Zeichen fehlender geschäftlicher Kreativität, wenn man meint, Wachstum ließe sich über Einschnitte bei denen erreichen, die sich am wenigsten wehren können. Das ist nicht mein Weg. Und es ist auch nicht der Weg, auf dem wir bei RipCue unterwegs sind. Kreative dürfen keine Verhandlungsmasse sein.
Was Du als Musiknutzer*in tun kannst – Fairness vor Augen.
Wenn Du Musik für Deine Produktionen nutzt – denk immer daran: Hinter jedem Track steckt ein Mensch. Ein Mensch mit Herzblut, mit Lebenszeit, mit Leidenschaft. Behandle Deine Musikpartner*innen so, wie Du selbst als Kreativer behandelt werden willst – mit Respekt. Frag nach, wer die Musik gemacht hat. Unterstütze faire Modelle. Und entscheide Dich bewusst für Libraries, die ihre Komponist*innen respektieren.
Auch das ist Teil von kreativem Arbeiten: Verantwortung übernehmen. Und ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass Wertschätzung nicht bei Credits aufhört. Sie fängt dort gerade erst an.
Was mich persönlich antreibt
In einer meiner Podcast Folgen von „Musik im Hintergrund“ ich mir genau das von der Seele gesprochen. Manchmal muss man Dinge klar benennen. Und ja – vielleicht war da ein bisschen Jingle Jungle in meiner Stimme. Aber das Thema liegt mir am Herzen. Weil ich selbst aus der Praxis komme. Weil ich mit diesen Menschen arbeite, sie begleiten darf und ihre Realität kenne.
Ich bin überzeugt, dass wir in dieser Branche nur dann langfristig erfolgreich bleiben, wenn wir fair miteinander umgehen. Fairness ist kein Kostenfaktor. Fairness ist ein Geschäftsmodell – und ein verdammt gutes obendrein. Denn sie sichert uns hochqualitative Produkte, schafft Lebensgrundlagen und ein gesundes Produktionsmusik Öko-System.
Deshalb: Lass uns heute diejenigen feiern, die dieses Business möglich machen. Mit ehrlicher Wertschätzung. Denn gute Musik fällt nicht vom Himmel. Sie wird gemacht. Von echten Menschen.
Keep ripping,
Dein Patrick






